1. Der Weg zum Samadhi 2. Die Heilslehre Buddhas 3. Die vier edlen Wahrheiten 4. Der edle achtfache Pfad
4.2 Rechte Gesinnung 4.3 Rechte Rede 4.4 Rechte Tat 4.5 Rechter Lebenserwerb 4.6 Rechte Anstrengung 4.7 Rechte Achtsamkeit 4.8 Rechte Sammlung
6.2 Die Samenleiterampullen 6.3 Die Samenbläschen 6.4 Die Prostata 6.5 Die Cowperschen Drüsen 6.6 Die Littre-Drüsen
9.2 Das sexuelle Verhalten urzeitlicher Völker 9.3 Die enthaltsam lebenden Dani aus Neuguinea
10.2 Der Grihastya, der Familienvater 10.3 Der Vanaprastha, der Weltentsager 10.4 Der Sannyasin, der Waldeinsiedler 12. Das Geheimnis der Sublimation 13. Hinayana und Mahayana
13.2 Die Entstehung des Palikanons 13.3 Vajrayana, der Diamantweg 13.4 Tibetischer Buddhismus 13.5 Kritik am westlichen Tantraverständnis 13.6 Der gewöhnliche und der tantrische Orgasmus 15. Die Keuschheit im Judentum
15.2 Moses und das Zölibat 15.3 Die Essener 15.4 Die Therapeuten 15.5 Das Buch Jesus Sirach 15.6 Die Onanie im Buch Mose 17. Die Physiologie der Meditation Fortsetzung folgt – Version: Montag 05. Januar 2009 © Das Copyright liegt beim Autor. Der Text kann aber, falls er nicht zu kommerziellen Zwecken genutzt wird, kopiert werden. 1. Der Weg zum Samadhi Top Schaut
man sich
unter den
Menschen um, dann erkennt man, dass sie oft sehr unglücklich
sind und an der Last des Lebens schwer zu tragen haben. Hin und
wieder gibt es Momente, in denen sich Glück, Zufriedenheit und
Entspannung einstellen. Aber solche Momente sind leider viel zu
selten. Oftmals wird das Leben von Angst, Schmerz, Wut, Traurigkeit
und Unzufriedenheit bestimmt. Die psychosomatischen Erkrankungen sind
mit Sicherheit die häufigsten Erkrankungen, die in der heutigen
Zeit auftreten. Es stellt sich also die Frage, wie man sich von
diesem Leid befreien kann, wie der Weg zum Samadhi, zur
Selbstverwirklichung, aussieht. Die Weisen, Heiligen, Yogis,
Priester, Mönche, Nonnen, Sufis, Schamanen und Erleuchteten
aller Zeiten und aller Religionen haben es uns vorgelebt. Sie
führten
ein Leben, welches vom Zölibat (Brahmacharya) und von der
Meditation bestimmt war, wobei auch das Gebet als eine kontemplative
Form der Meditation betrachtet werden kann.
Unter Brahmacharya versteht man im allgemeinen die sexuelle Enthaltsamkeit. Aber Brahmacharya ist weit mehr. Denn Brahmacharya ist der Schlüssel zur Seligkeit. Schaut man sich einmal die Biographien der Heiligen und Erleuchteten an, so erkennt man, dass sie alle enthaltsam lebten. Durch die Enthaltsamkeit wird die sexuelle Energie in spirituelle Energie umgewandelt. Und genau dies ist der Schlüssel zur Selbstverwirklichung, die von allen Menschen so herbeigesehnt wird. Die Weisen und Yogis haben dies verwirklicht und zeigen uns, wie der Weg zur Erlösung aussieht. Brahmacharya dient als Tor zum Glück. Es öffnet die Tür zur Befreiung. Es führt zur beständigen Freude, zum ununterbrochenen und reinen Glück. Sogar Könige dienten zu Füßen des Brahmachari. Brahmacharya ist der einzige Schlüssel, um die Kundalini zu wecken. Brahmacharya bringt Glorie, Ruhm, Tugend und Seligkeit. 2. Die Heilslehre Buddhas Top Buddha (wörtlich: „der Erwachte“, oft ungenau mit „der Erleuchtete“ übersetzt) wurde im Jahre 624 vor Christus (wikipedia.de: 563 - 483 v. Chr.) als Prinz in Lumbini bei Kapilavatthu (heute Rumindei) in Nepal an der Grenze zu Indien geboren. Buddhas Vater, König Suddhodana, stammte aus dem Adelsgeschlecht der Samkya, seine Mutter, Königin Maya, starb kurz nach der Geburt. Bei der Geburt erhielt Buddha den Namen Siddhartha Gautama. Siddhartha verbrachte seine Kindheit und Jugend in Kapilavatthu (Lumbini). Mit 16 Jahren heiratete er und als er 29 Jahre war, kam sein Sohn Rahula zur Welt. Kurz darauf verließ er seine Heimatstadt, um als Mönch und Asket zu leben. Nachdem Siddhartha erkannt hatte, dass auch er der Geburt, dem Altern, den Krankheiten und dem Sterben unterlag, verließ er mit 29 Jahren den Palast in dem er bisher gelebt hatte und zog, noch jung und kräftig, schwarzhaarig, in voller jugendlicher Schönheit, im ersten Mannesalter, gegen den Wunsch der Eltern, tränenüberströmt, als Mönch in die Hauslosigkeit. Er ließ sich die Haare und den Bart scheren, zog ein gelbes Mönchsgewand an, ließ seine Heimat, Reichtum Ehre und Macht hinter sich, um als Büßer und Bettler die Befreiung vom Leiden zu suchen. Mit nur einem Mönchsgewand und einer Bettelschale versehen, zog er von Ort zu Ort. Schließlich schloss er sich den Yogalehrern Alara Kalama und Uddaka Ramaputra an, die ihre Schüler in der Yogaphilosophie unterrichteten. Nach vielen Jahren Suchens und Ringens erkannte Siddhartha die Ausweglosigkeit dieser Wege und wandte sich von seinen Lehrern ab. Nun versuchte er sein Ziel durch strengste Askese zu erreichen. Er beherrschte alle Praktiken, die ihm seine Lehrer beigebracht hatten perfekt, aber er erkannte, dass sie nicht zur Befreiung des Leidens führten, die er anstrebte. Von nun an lebte Siddhartha ein ausgesprochen asketisches Leben. Er lebte als Nackter, aß weder Fleisch, noch Fisch, trank weder Wein, noch Branntwein und er dehnte sein Fasten so weit aus, bis er in manchen Monaten nur an zwei Tagen etwas aß. Mitunter aß er nur ein Reiskorn pro Tag. Ansonsten ernährte er sich von Gras, Grünzeug und den Wurzeln und Früchten des Waldes. Er trug Kleider aus Hanf, die man den Toten ausgezogen hatte, oder Fetzen, die er auf dem Abfall fand. Siddharte zog sich in den Wald zurück und peinigte seinen Körper auf mannigfache Weise. In kalten Winternächten verbrachte er die Nächte unter freiem Himmel und die Tage im Wald. An heißen Sommertagen dagegen verbrachte er die Tage unter freiem Himmel und die Nächte im Wald. Eine Zeit lang ernährte Siddhartha sich von einer einzigen Frucht an Tag. Da verfiel sein Körper immer mehr und es stellte sich eine übermäßige Magerkeit ein. Seine Gelenke fühlten sich wie die Gelenke eines Achtzigjährigen oder wie die Knoten einer Kriechpflanze an. Durch die geringe Nahrungsaufnahme standen seine Glieder und seine Rippen wie die Dachsparren eines zerfallenen Gebäudes hier und dort hervor. Ebenso undeutlich, wie in einem tiefen Brunnen die Wasseroberfläche zu erkennen ist, konnte man die tiefliegenden Augen in ihren Augenhöhlen erkennen. Strich er über die Bauchhaut, so dehnte sich das Rückgrat. Und strich er über das Rückgrat, so dehnte sich die Bauchhaut, so abgemagert war er. Wollte er Kot oder Urin lassen, so stürzte er vor Kraftlosigkeit kopfüber zu Boden. Um den Körper zu erfrischen, rieb er sich mitunter mit den Händen über den Körper. Aber dabei fielen ihm die wurzelfaulen Haare vom Körper. Die Ausübung dieser strengen Askese führte dem Büßer Siddhartha Gautama fünf Anhänger zu, die ihn als Heiligen verehrten. Als Siddhartha aber täglich nur noch ein Reiskorn als Nahrung zu sich nahm, brach er entkräftet zusammen und wäre fast verhungert. Deshalb erkannte er, dass diese übertriebene Askese, nicht der richtige Weg war, um das erstrebte Ziel, die Leidensfreiheit, zu erreichen und beendete sie. Von nun an ernährte er sich wieder ausreichend. Seine Anhänger, die ebenfalls eine strenge Askese praktizierten, aber betrachteten ihn als Abtrünnigen und verließen ihn. Siddhartha aber fasste den Entschluss, weiter zu meditieren und nicht eher damit aufzuhören, bis er die ersehnte Leidensfreiheit erfahren hatte. Mittlerweile lebte er bereits sieben Jahre als Mönch in der freien Natur, in der Hauslosigkeit. Nach diesen sieben Jahren kam er in die Stadt Uruvela (heute: Bodhgaya, im nordindischen Bundesstaat Bihar). Uruvela war ein entzückender Erdenfleck mit anmutigen Baumgruppen, mit einem silbern strömenden Fluss und ringsherum von einer Menge Wiesen umgeben. In Uruvela ließ sich Siddhartha unter einem Bodhibaum, einer Pappelfeige, nieder und meditierte mehrere Tage lang. Nach sieben Tagen erfuhr er dann in einer Vollmondnacht im Mai die Erleuchtung. Nun wurde aus Siddhartha, Buddha, der Erwachte. Er fand, wie er selber sagte, einen Zustand unvergleichlicher innerer Ruhe, bei dem das Gefühl von Geburt, Alter, Krankheit und Tod verloschen waren. Er hatte das Gefühl vollkommener Befreiung und er lebte in der Einsicht, dass dieses seine letzte Geburt war und dass es keine Wiedergeburt für ihn geben würde. Der Glaube an die Wiedergeburt, die Reinkarnation, war ein fester Bestandteil des Hinduismus, von dem sich offensichtlich auch Buddha nicht frei machen konnte. So spricht Buddha in der Majjhima Nikaya 4 (Lit.007) davon, wie er sich nach der vierten Vertiefung an verschiedene Daseinsformen des früheren Lebens erinnert: „Solchen Gemütes, innig, geläutert, gesäubert, gediegen, schlackengeklärt, geschmeidig, biegsam, fest, unversehrbar, richtete ich das Gemüt auf die erinnernde Erkenntnis früherer Daseinsformen. Ich erinnerte mich an manche verschiedene frühere Daseinsform, als wie an ein Leben, dann an zwei Leben, dann an drei Leben, dann an vier Leben, dann an fünf Leben, dann an zehn Leben, dann an zwanzig Leben, dann an dreißig Leben, dann an vierzig Leben, dann an fünfzig Leben, dann an hundert Leben, dann an tausend Leben, dann an hunderttausend Leben...“ Buddha war weder ein Gott, noch der Prophet Gottes, so wie Mohammed, der Gründer des Islam, der sich als Prophet Gottes (Allah's) verstand, oder wie Jesus, der sich als Sohn Gottes betrachtete (Johannes 5,17; Johannes 16,28; Markus 1,1; Markus 1,11). Vielmehr war Buddha, wenn er auch ein Prinz war, ein ganz normaler Mensch, der die Befreiung vom Leiden aus eigener Anstrengung geschafft hatte. Seine Lehre ist somit keine göttliche Offenbarung, wie die Lehre Mohammeds, sondern eine Anleitung zur Befreiung, die er selbst gefunden hat. Das Ziel seiner Lehre ist die vollkommene Befreiung vom Leid. Dieser Zustand wird als Samadhi, als Erleuchtung, bezeichnet. Buddhas Lehre hat also wenig mit den drei monotheistischen, abrahamitischen Religionen des Judentums, des Christentums und dem Islam gemeinsam, die sich alle auf Gott berufen und deren Wurzeln in der hebräischen Bibel, dem Tanach, und dem Pentateuch, den fünf Büchern Moses, zu finden sind. Im Buddhismus gibt es deshalb keinen Gott im jüdisch-christlich-islamischen Sinne. Es gibt nur das Naturgesetz, dem alle Lebewesen (auch die Götter) unterworfen sind. Da es im Buddhismus keinen Gott im jüdisch-christlich-islamischen Sinne gibt, gibt es auch keine sittlichen Gebote, sondern Sittenregeln, die eine notwendige Voraussetzung zur Verwirklichung der Befreiung sind. Es gibt daher auch keine Gottesfurcht, sondern ausschließlich die eigene Verantwortung. Somit gibt es auch keinen göttlichen Gnadenakt, der die Menschen vom Leid befreit, wie sie viele Gläubige erhoffen, denn die Erlösung vom Leiden kann nur durch eigene Anstrengung erlangt werden. Für Buddha existierte zwar kein Gott im jüdisch-christlich-islamischen Sinne, aber es existierten allerlei Götter, Geister, Gespenster und Dämonen, die ebenso wie die Menschen, Tiere und Pflanzen der Wiedergeburt unterlagen. So kann ein Mensch, der ein ethisch und moralisch vorbildliches Leben geführt hatte, nach dem Tod in den Bereich der Götter oder in den Bereich der eifersüchtigen Götter eingehen. Dies entspricht im Buddhismus gewissermaßen einem göttlichen Seinszustand (Himmel). Dort verbleibt er eine Zeit, um irgendwann wieder als Mensch auf der Erde wiedergeboren zu werden. Erst wenn er das Samadhi erreicht hat, beendet er den Kreislauf von Tod und Wiedergeburt und ist von jeglichem Leid befreit. Insgesamt kennt der Buddhismus sechs Daseinsbereiche, in die der Mensch hineingeboren werden kann. Diese Daseinsbereiche sind: 1.
der Bereich der
Götter Als kostbarste Wiedergeburt gilt allerdings die Geburt in den Bereich der Menschen, da nur vom Bereich der Menschen aus eine endgültige Befreiung erlangt werden kann. Die Wiedergeburt in den menschlichen Daseinsbereich wird sogar noch höher bewertet als eine Geburt in den Bereich der Götter, da sich die Seelen im Bereich der Götter so wohlfühlen, dass sie gar nicht daran denken, sich weiter fortzuentwickeln. Alle sechs Daseinsbereiche sind durch Karma, durch die Taten und Gedanken der vergangenen Leben, bedingt. In den drei niederen Daseinsbereichen (Tiere, hungrige Geister, Hölle) wird sehr viel Leid erfahren. Die Wesen in den drei unteren Daseinsbereichen sind wesentlich zahlreicher als in den drei höheren Daseinsbereichen. Die Wesen in den drei niederen Daseinsbereichen sind von Leid und Schmerz geplagt und haben im allgemeinen eine sehr negative Lebensqualität. Nächstenliebe und Mitgefühl sind nur äußerst spärlich ausgeprägt. Die hohe Anzahl der Wesen, die sich in den drei unteren Daseinsebenen aufhalten, deutet darauf hin, wie schwer es ist, sich von den negativen Tendenzen zu lösen. Da meist egoistische Tendenzen vorherrschen, werden diese Wesen in ein entsprechend qualvolles Leben hineingeboren und erfahren großes Leid. Man kann aber sagen, dass sich die entsprechenden Daseinszustände der unteren Daseinsbereiche gewissermaßen im realem Leben wiederfinden. Zumindest wird dieses von buddhistisch-hinduistischer Seite so gesehen. Überträgt man die unteren drei Daseinszustände auf das reale Leben, so kann man durchaus Parallelen erkennen. Dieses heißt mit anderen Worten, gestalte ich mein Leben nicht nach ethischen und moralischen Regeln, so füge ich mir selber Schaden zu und erfahre dadurch persönliches Leid. In den drei höheren Daseinbereichen dagegen, gibt es mehr Raum für Glück und Zufriedenheit. Götter bildeten für Buddha also keine wesentliche Grundlage seiner Lehre für die Menschen, die den Weg der Befreiung vom Leid anstrebten. Zwar kannte auch Buddha den von den Brahmanen als höchsten vedischen Gott angebeteten Brahma, der von den Hinduisten als Schöpfergott betrachtet wurde. Brahma wird von den Buddhisten zwar als ein besonders hoch entwickeltes göttliches Wesen, aber nicht als Weltschöpfer angesehen. Buddhas Lehre richtet sich in erster Linie an die Menschen, da sie sich nur aus eigener Kraft und Anstrengung von ihrem Leid befreien können. Nachdem Buddha erwacht war, hatte er zunächst wenig Lust, den in Begehren und Leid verstrickten Menschen etwas von seinen Erfahrungen und Einsichten mitzuteilen. Die Legenden und Mythen sprechen jedoch davon, dass himmlische Wesen Buddha darum baten, den leidenden Menschen zu helfen. Nachdem sie zu Buddha sagten: „Es gibt einige unter den Wesen, deren Augen kaum mit Staub bedeckt sind. Sie werden die Wahrheit erkennen", war Buddha zur Verkündung seiner Lehre bereit. In Wahrheit hatte Buddha dies wohl selbst erkannt. Zunächst überlegte er, wem er seine Lehre zuerst verkünden sollte. Dabei dachte er an seinen ersten Lehrer Alaro Kalamo. Dieser war aber mittlerweile verstorben. Dann dachte er daran, seinem zweiten Lehrer, Uddako Ramaputto, seine Lehre zu verkünden. Aber auch dieser war mittlerweile verstorben. Dann dachte er an die fünf Mönche, die ihn einst verlassen hatten, als er sich von der Askese abwandte. Deshalb machte er sich auf den Weg zu seinen früheren fünf Anhängern, die ihn auf seinem asketischen Weg begleitet hatten, um ihnen als erste seine Lehre vorzutragen. Er wanderte von Ort zu Ort, um sie zu suchen. Schließlich fand er sie im Tierpark Isipatana in Benares am Ganges. (Heute ist Benares eine indische Großstadt im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh mit 1,2 Millionen Einwohnern und heißt Varanasi.) Zunächst wollten die fünf Mönche nichts von Buddha wissen, da er sich von der Askese abgewandt hatte. Dann aber unterwies sie Buddha in seiner Lehre. Dies war die erste Rede, die Buddha hielt. Mit dieser Rede entstand die Philosophie des Buddhismus. Buddha sagte zu ihnen: „Zwei Dinge gibt es, von denen sich derjenige fernhalten muß, wenn er das Samadhi anstrebt“: Die Hingabe an die Sinnengenüsse; denn sie ist niedrig, gemein, weltlich, unedel, zwecklos. Die Hingabe an die Selbstpeinigung, denn sie ist leidvoll, unedel, zwecklos. Die Sinnesgenüsse können in fünffacher Art und Weise auftreten. Es sind die durch das Auge begehrten Formen, die durch das Ohr ersehnten Töne, die durch die Nase entzückenden Düfte, der durch den Mund ersehnte Geschmack und das durch die Berührung geliebte Gefühl. Wer diese beiden Enden meidet, der hat den Weg der Mitte gefunden. 2.1 Der Weg der Mitte Top Buddha hatte den Mönchen empfohlen, Sinnesgenüsse und Selbstkasteiungen zu vermeiden. In der Samyutta Nikaya 56,11 sagt Buddha zu den Mönchen (Lit.006): Zwei
Extreme, ihr Mönche, soll der Hauslose vermeiden. Welche zwei?
Er sagte, wer diese beiden Enden vermeidet, der hat den Weg der Mitte gefunden, der zur Ruhe, zum Wissen, zur Erleuchtung, zum Nirvana (Pali: Nibbana) führt. Weiter sagte Buddha, dass die vier edlen Wahrheiten und der edle achtfache Pfad, die im nächsten Kapitel ausführlich behandelt werden sollen, zum Weg der Mitte führen. Buddha hatte jahrelang einen streng asketischen Weg beschritten und sich dabei fast zu Tode gehungert. Nachdem er erkannte, dass dieser Weg ihn nicht zum gewünschten Ziel, zur Erleuchtung, führte, ließ er von dieser strengen Askese ab, die hauptsächlich aus Fasten und Selbstgeißelung bestand. Die Askese bezieht sich aber nicht auf die sexuelle Enthaltsamkeit, wie viele fälschlicherweise meinen. Buddha praktizierte selbstverständlich nach wie vor das Brahmacharya (das Zölibat). Dieses bringt Buddha auch deutlich zum Ausdruck, wenn er zu den Mönchen sagt, daß man sich von der Hingabe zu den Sinnesgenüssen fern halten soll. Manche verstehen unter dem mittleren Weg, dass man kein zu ausschweifendes Sexualleben führen soll, dass das Sexualleben aber generell nicht verboten ist. Dies mag vielleicht für den Laien gelten, aber derjenige, der das höchste aller spirituellen Ziele, die Selbstverwirklichung, das Samadhi, anstrebt, wie es auch Buddhas Wunsch war, sollte selbstverständlich das Brahmacharya, das Zölibat, praktizieren. Dies kommt auch in den buddhistischen Ordensregeln (Lit.008) zum Ausdruck, den 227 Regeln für die Mönche, in der bereits in der 1. Regel gesagt wird, dass jeglicher Geschlechtsverkehr, das Erlösungsbestreben vereitelt und zum Ausschluß aus dem Orden führt. Jeder absichtliche Samenerguss stellt ein Vergehen dar, welches auf der Sammlung des Ordenskapitals beraten werden muß. Der Theravada-Mönch Bhante Henepola Gunaratana sagte in einem Interview über die spirituellen Fortschritte, die Laien erreichen können (Lit.009): „Auch Laien müssen einer Disziplin im Leben folgen; sie müssen eine gewisse Beherrschung üben. Deshalb gibt es auch Vorschriften für Laien; aber normale Laien müssen nicht enthaltsam sein. Laien können bestimmte Stufen der Erleuchtung erreichen, wir nennen sie "Mitfließende" oder "Einmal-Wiederkehrende", bevor sie für sich selbst erkennen, daß sexuelle Aktivität unausweichlich Schwierigkeiten und Probleme mit sich bringt. Laien können sogar die dritte Stufe der Heiligkeit erreichen, wir nennen sie "Nie-Zurückkehrende". Aber sobald sie einmal diese Stufe erreicht haben, werden sie selbst aus ihrer eigenen Erkenntnis heraus entscheiden, daß eine Verstrickung in Sexualität den Fortschritt in ihrer spirituellen Praxis blockiert, und sobald sie das erkennen, werden sie ganz freiwillig aufhören, sexuell aktiv zu sein. Wie Sie sehen, ist Zölibat also nicht etwas, das mit Zwang oder durch ein Gebot auferlegt werden kann.“ Wenn Buddha vom Weg der Mitte spricht, so meint er damit, dass der nach Selbstverwirklichung Strebende sich von Sinnesgenüssen aller Art, in erster Linie natürlich von sexuellen Genüssen, und von strenger Askese fernhalten soll. Gegen eine mäßige Askese, wie das gelegentliche Fasten, wie es auch die buddhischen Mönche an den beiden Ekadashi-Tagen im Monat praktizieren (jeweils 11 Tage nach dem Voll- und Neumond), ist dagegen nichts einzuwenden. Wie Buddhas Einstellung zur Sexualität war, geht unter anderem aus der Digha Nikaya 16.5.4 hervor. Ananda fragte Buddha wie man sich Frauen gegenüber verhalten soll:
„Nicht anschauen, Anando.“ „Und wenn, Erhabener, wir sie bereits gesehen haben, soll man sich wie verhalten?“ „Nicht ansprechen, Anando.“ „Wenn aber eins anspricht, o Herr, soll man sich wie verhalten?“ „Achtsamkeit, Anando, bewahren.“ Das
ganze
zielt darauf ab, Geistesklarheit zu bewahren, nicht wieder dem
Anhaften zu verfallen, nicht den Reizen der Frau zu erliegen, vom
Mönchsleben abzufallen und wieder in das gewöhnlich Leben
zurückzukehren. In der Angutta Nikaya VIII,56 (Das Elend der
Sinneslüste – Lit.015)
spricht Buddha: Warum aber, ihr Mönche, bezeichnet man die
Sinnenlüste als eine Gefahr? In Sinnengier entbrannt, wird der
in seiner Begehrlichkeit Verstrickte nicht frei von den Gefahren
gegenwärtigen Daseins, wird er nicht frei von den Gefahren
künftigen Daseins. Darum bezeichnet man die Sinnenlüste als
eine Gefahr.
*Schwären = eitriges Geschwür In
der Majjhima
Nikaya 22 III,2 sagt Buddha, dass die sinnlichen Begierden
unbefriedigend, voller Leid und Qualen sind und dass das Elend
überwiegt. Er vergleicht sie gar mit flammendem Stroh,
glühenden
Kohlen oder mit einem Schlangenrachen. (Schlangenrachen
gleich sind die Begierden, hat der Erhabene gesagt, voller Leiden,
voller Qualen, das Elend überwiegt. (M22) Glühenden Kohlen
gleich sind die Begierden, hat der Erhabene
gesagt, voller Leiden, voller Qualen, das Elend überwiegt.
(M54)) Buddha spricht aber auch an anderen Stellen
des Palikanon von den sinnlichen Begierden bzw. von der
Keuschheit. In der Digha Nikāya, der längere Sammlung seiner Reden
(Lit.037),
spricht er über die Sittsamkeit. Buddha fragt die Mönche,
warum
der gewöhnliche Mensch über Buddha solch ein günstiges
Urteil fällt.
Dann zählt er die Gründe auf, warum der gewöhnliche
Mensch solch ein
günstiges Urteil über ihn hat. Als er auf die Unkeuschheit zu
sprechen
kommt, sagt er, warum der gewöhnliche Mensch so positiv über
Buddha
denkt: „Die Unkeuschheit hat er verworfen, keusch lebt er, der Asket
Gotamo: fern zieht er hin, entraten der Paarung, dem gemeinen Gesetze.“
Dieselbe Aussagen wiederholt Buddha im Majjhima Nikaya 27, in der
mittleren Sammlung (Lit.038)
Dort
sagt Buddha zum Brahmanen Janussoni über sich selbst: „Er ist nun Pilger geworden und hat die Ordenspflichten
der Mönche auf sich genommen. Lebendiges umzubringen hat er
verworfen, Lebendiges umzubringen liegt ihm fern: ohne Stock, ohne
Schwert, fühlsam, voll Teilnahme, hegt er zu allen lebenden Wesen
Liebe und Mitleid. Nichtgegebenes zu nehmen hat er verworfen. Gegebenes
nimmt er, Gegebenes wartet er ab, nicht diebisch
gesinnt, rein gewordenen Herzens. Die Unkeuschheit hat er verworfen,
keusch lebt er, fern zieht er hin, entraten der Paarung, dem gemeinen
Gesetze. Lüge hat er verworfen, von Lüge hält er sich
fern: die Wahrheit spricht er, der Wahrheit ist er ergeben, standhaft,
vertrauenswürdig, kein Heuchler und Schmeichler der Welt...“ In der Majjhima
Nikaja
38 (Lit.039) sagt Buddha
über sich
selbst zum Mönch Sati: „Die Unkeuschheit hat er verworfen, keusch
lebt
er: fern zieht er hin, entraten der Paarung, dem gemeinen Gesetze.
Durch die Erfüllung dieser heiligen Sinnenzügelung empfindet
er ein
inneres ungetrübtes Glück. Er hat weltliche Begierde
verworfen und
verweilt begierdelosen Gemütes, von Begierde läutert er sein
Herz.“
In
der Anguttara Nikaya („Sammlung der Angliederungen“) erzählt
Buddha von den acht wunderbaren Eigenschaften, die bei Ugga, einem
Hausvater aus Vesali, der zum Mönch wurde, anzutreffen sind. Zuvor
hatte Buddha das Elend beleuchtet und mit Ugga über die
Hinfälligkeit und Unreinheit der Sinnenlüste und den Segen
der Entsagung gesprochen. Nachdem Ugga die Belehrung von Buddha
erhalten hatte, nahm er Zuflucht zum Erleuchteten, zur Lehre und zur
Mönchsgemeinde, und nahm die Sittenregeln auf sich, mit der
Keuschheit als fünftem (Gebot). (Lit.040) Buddha lehnte nicht nur die übertriebenen Askese und dem Streben nach Sinneslust ab und bezeichnete das Vermeiden dieser Extreme als Mittelweg. Vielmehr lehnte er auch die „Unendlichkeitslehre“ der Sarvastivadin und die „Vernichtungslehre“ der Sautrantikas ab, die einerseits der Seele eine dauerhafte Existenz einräumte und sie als Ausdruck der höchsten Wirklichkeit (Gott) betrachtete und die andererseits wie die Vernichtungslehre davon ausging, dass das Sein in einem unaufhörlichen Bewusstseinsstrom entsteht und wieder vergeht, der mit dem Tode endet. Buddha lehnte auch diese beiden Extreme ab und formulierte einen Mittelweg. Dieser Mittelweg stellte den Menschen in den Mittelpunkt und lehnt sich an die Philosophie der Vernichtungslehre an. Er akzeptierte das permanente Entstehen und Vergehen der körperlichen und geistigen Daseinszustände, beschränkte sich aber auf das jetzige Leben. Genau so, wie Buddha es ablehnte, einen philosophischen Streit über die zeitliche und räumliche Endlichkeit bzw. Unendlichkeit des Universums zu führen, weigerte er sich, Aussagen über die Existenz bzw. Nichtexistenz der Seele zu formulieren. Ihm kam es im wesentlichen auf die Befreiung des Leids im jetzigen Leben an. Das war alles, was für Buddha zählte. Warum sollte er sich also Gedanken über die Existenz einer Seele machen? 3. Die vier edlen Wahrheiten Top Die
Frage nach den
Ursachen des Leids ist nicht leicht zu beantworten. Wahrscheinlich
kann nur jemand die Frage nach den Ursachen des Leids beantworten,
dem es gelungen ist, sich von diesem Leid zu befreien. Buddha
gehört
zu den wenigen Menschen, denen es gelungen ist, sich von diesem Leid
zu befreien. Deshalb stellte er nach seiner Erleuchtung in seiner
ersten Predigt die These von den vier edlen Wahrheiten auf, die zur
Grundlage des Buddhismus wurde. Diese vier edlen Wahrheiten sind:
Der
vierfache edle
Weg
ist also der Schlüssel zum Nirvane, zur Erleuchtung, zur
endgültigen Befreiung von allem Leid. Es stellt sich nun die
Frage, ob alles Leben wirklich leiden ist. Wenn wir unser eigenes
Leben und das Leben anderer Menschen betrachten, dann müssen wir
wohl zugeben, dass diese Behauptung richtig ist. Aber das Leiden wird
uns nicht in die Wiege gelegt, sondern es entsteht im Laufe des
Lebens, weil der Mensch nicht mit der Natur bzw. mit den Naturgestzen
in Einklang lebt. Wir werden also nicht automatisch in ein leidvolles
Leben hineingeboren, so wie es manche Menschen behaupten, die an die
Reinkarnation glauben, sondern wir erwerben uns dieses Leid im Laufe
unseres (jetzigen) Lebens. Die erste der vier edlen Wahrheiten
heißt
also: Alles Leben ist Leiden. Dazu sagte Buddha zu seinen Jüngern:
Buddha
betrachte dabei das Leid aus der Situation des normalen Menschen, der
eben die oben beschriebenen Situationen als leidvoll erfährt.
Der selbstverwirklichte Mensch erlebt dieselben Situationen
keineswegs als leidvoll. Was sind also die Ursachen dafür, dass
der normale Mensch solche Situationen als leidvoll erlebt, während
sie das Leben eines selbstverwirklichten (erleuchteten) Menschen
keineswegs negativ beeinträchtigen? Dazu sagt Buddha zu seinen
Jüngern in der zweiten edlen Wahrheit:
3.1
Der Durst nach Werden und Vergehen Top
Buddha
sieht also in dem Durst nach Sinneslust bzw. in der Gier, in dem
Begehren, nach Sinneslust und in dem Durst nach Werden und Vergehen,
die Ursachen für unser Leid. Unter dem Durst nach Werden,
versteht man den Wunsch nach der Wiedergeburt, nach der
Reinkarnation. Viele Menschen hoffen darauf, im nächsten Leben
unter einem besseren Stern wiedergeboren zu werden und somit ein
angenehmeres Leben zu führen. Dieser Wunsch ist unter esoterisch
gesinnten Menschen sehr häufig vorzufinden. In meinen Augen ist
die Hoffnung auf eine angenehmere Wiedergeburt, nichts als ein Flucht
vor der als unangenehm empfundenen jetzigen Lebenssituation. Sie
beruht auf Unwissenheit. Anstatt sich mit den Ursachen seiner
Unzufriedenheit, seinem Unglücklichsein, auseinander zu setzen,
hofft man auf ein glückliches Leben nach der Wiedergeburt, wobei
natürlich niemand weiß, ob es diese Wiedergeburt jemals
geben wird.
Unter dem Durst nach dem Vergehen versteht man die Beendigung des immer wiederkehrenden Daseinskreislaufes. Dieser Daseinskreislauf wird auch als Samsara bezeichnet. Das Samsara ist also der Kreislauf der Wiedergeburten, der Kreislauf des Werdens und Vergehens, des Sterbens und des Wiedergeborenwerdens. Der Kreislauf der Wiedergeburten wird im allgemeinen als leidvoll betrachtet. Darum kann der Wunsch nach einer Reinkarnation, nach einer Wiedergeburt, wie er von vielen Menschen gehegt wird, nicht unbedingt als sinnvoll angesehen werden, da jede Wiedergeburt als leidvoll angesehen werden kann. Außerdem sind die Vorstellungen von der Wiedergeburt nichts als eine Theorie, für die es keinerlei Beweise gibt und die in keinster Weise irgendwie dazu beitragen, dass das momentane Leben in irgendeiner Form glücklicher wird. Ist es aber nicht unser innigster Wunsch, jeden Augenblick des Lebens auskosten zu können? Wird unser Leben aber vom Leid bestimmt, dann sollten wir nach den Gründen für dieses Leid suchen und unser Leben entsprechend verändern. Dies allein ist die Gewähr dafür, dass man das Leben nicht als leidvoll, sondern als Seligkeit empfindet. Das Leid wird nach den Vorstellungen Buddhas erst ein Ende haben, wenn man den Durst nach der Sinneslust, sowie den Durst nach Werden und Vergehen abgelegt hat, mit anderen Worten, wenn man alle Begierden abgelegt hat. 3.2 Der Durst nach Sinneslust Top Buddha geht auch auf den Durst nach der Sinneslust ein. Was ist unter dem Durst nach Sinneslust zu verstehen? Dazu sagt Buddha: „Es gibt, ihr Mönche, sechs Typen von Durst: Durst nach körperlichen Formen, Durst nach Tönen, Durst nach Gerüchen, Durst nach Geschmack, Durst nach Tasten, Durst nach Vorstellungen. Dies, ihr Mönche, versteht man unter Durst.“ Diese sechs Typen des Durstes sind mit den Begierden der fünf Sinne identisch, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen, denen man den Geist (Verstand) hinzufügt, der die emotionalen, intellektuellen, bewussten und unbewussten Sinneseindrücke wahrnimmt, sie bewertet und verarbeitet. Unter dem Durst nach Formen versteht man den ästhetischen Genuss aller Dinge, die wir mit dem Auge wahrnehmen. Hierzu gehört in erster Linie die Begierde, sich an einem schönen Körper zu erfreuen. Hierbei spielt die Erotik eine große Rolle. Geht man durch die Straßen, so sieht man immer wieder, wie sich die Männer nach hübschen Frauen umschauen. Aber auch Frauen finden natürlich an hübschen Männern gefallen. Aber es sind auch viele andere Dinge, die unser Auge erfreut. Wandern wir durch die Straßen, durch die Gärten und Parks oder bewegen wir uns in freier Natur, so erfreuen wir uns an der Architektur, an dem regen Treiben, welches auf den Straßen herrscht, am Blau des Himmels, an der Schönheit der Bäume, der Blumen, am Grün der Wiesen, an der Schönheit der Landschaften, die von Bergen, Seen und Wäldern umgeben sind. Auch Kunstwerke über einen starken Reiz auf uns aus. Wenn man ins Kino geht, dann vor allem deswegen, weil sich das Auge an der bunten Vielfalt der Bilder berauscht. All dieses nehmen wir visuell wahr und erfreuen uns daran. Daran ist eigentlich nichts Verwerfliches. Zum Problem wird es erst, wenn sie sich zur Sucht entwickelt. Ein Beispiel hierfür ist die Sucht nach erotischen Bildern oder Filmen. Auch der Durst nach Tönen ist im allgemeinen sehr stark ausgeprägt. An vielen Stundes des Tages sind wir von Musik umgeben. Musik kann natürlich etwas sehr angenehmes sein. Sie kann unser Leben bereichern, sie kann uns in eine andere Welt davontragen, in der wir uns glücklich und zufrieden fühlen, in der wir die Sorgen des Alltags hinter uns lassen und in der wir genussvoll den Klängen der Musik lauschen. Musik kann uns zum Tanzen, Träumen und zum Mitsingen anregen. Musik kann aber auch eine Ersatzbefriedigung sein. Ich glaube, dass Menschen, die wirklich in sich ruhen, einen tiefen Frieden in sich verspüren. Mir scheint, für sie ist die Stille die schönste Musik. Sie sind so mit sich im Einklang, dass sie keiner äußeren Geräuschkulisse bedürfen, um glücklich zu sein. Da die meisten Menschen diesen inneren Frieden alledings verloren haben, versuchen sie ihn oft durch den Anreiz der Musik wiederzufinden. Der Durst nach Gerüchen scheint beim Menschen nicht so stark ausgeprägt zu sein. Der Mensch ist zwar in der Lage, zwischen Tausenden von verschiedenen Gerüchen zu unterscheiden, aber er hat Schwierigkeiten, diese Gerüche im einzelnen zu benennen. Bestimmte Gerüche können ganz bestimmte Emotionen hervorrufen. In der Tierwelt haben Gerüche eine sehr viel größere Bedeutung als beim Menschen. Der Geruch ist eng an das unbewusste vegetative Nervensystem gekoppelt, dass alle Funktionen des Organismus steuert und dadurch unser Fühlen und Handeln beeinflusst. Zum Durst nach Geschmack lässt sich natürlich eine ganze Menge sagen. Wir leben mittlerweile in einer Gesellschaft, in der das Übergewicht zur Normalität geworden ist. Übergewicht, Bewegungsmangel und ein gestörtes Essverhalten gehen dabei Hand in Hand. Das übermäßige Essen kann dabei vielfach als eine Ersatzbefriedigung für eine geringe Zuwendung oder für ein erlittenes oder empfundenes Unrecht betrachtet werden. Man stopft gewissermaßen seinen Kummer in sich hinein. Hierbei spielt auch die Zuführung von zuckerhaltigen Lebens- und Genussmitteln eine große Rolle. Der Genuss des ungesunden Zuckers kann als eine seelische Streicheleinheit verstanden werden, die als Ersatz für die erfahrene Lieblosigkeit, Rücksichtslosigkeit oder emotionale Verletzung, die man erfahren hat, dienen kann. Das übermäßigeEssen soll aber auch das Unglücklichsein, egal welche Ursachen dafür verantwortlich sind, welches man tagtäglich verspürt, kompensieren. Anstatt sich mit den Ursachen dieses Unglücklichseins auseinander zu setzen, verschafft man sich wenigstens durch das Essen einen der wenigen glücklichen Momente, in dem man seinen Kummer für ein Weilchen vergisst. An die Folgen solch einer ungesunden Ernährung wird dabei oft nicht gedacht. Im Vordergrung steht die orale Sinneslust, die aus einer allgemeinen Unzufriedenheit heraus geboren wird. Unter dem Durst nach Tasten versteht man die körperliche Berührung eines anderen Menschen. Diese liebevolle Berührung hat eine wichtige soziale und emotionale Komponente im Leben der Menschen. Sie beginnt mit der liebevollen Fürsorge und Aufmerksamkeit, mit der Eltern ihrem Kind begegnen. Hat das Kind das Gefühl, von den Eltern geliebt zu werden, dann kann es gesund aufwachsen. Es kann zu einer starken und selbstbewussten Persönlichkeit heranreifen. Fehlt allerdings das Gefühl der Geborgenheit, der liebenvollen Zuwendung für das Kind, dann entwickelt das Kind meist irgendwelche Eigenheiten, um auf seine emotionalen Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Jedes Kind hat es gerne, wenn es auf den Arm genommen wird, wenn es von den Eltern liebkost und gestreichelt wird, wenn es von der Mutter an die Brust gelegt wird und die Wärme und Geborgenheit der Mutter spürt. Erfährt das Kind diese liebevolle körperliche Zuwendung nicht, dann kann es nicht gesund aufwachsen. Es hat das Gefühl, nicht geliebt zu werden. Solche Erfahrungen hinterlassen beim Kind oft eine tiefe Traurigkeit, die später in einer depressiven Lebenseinstellung zum Ausdruck kommen kann. Der Durst nach Tasten drückt sich beim Erwachsenen auch in seiner erotischen Sinnlichkeit aus. Vielleicht kommt hier auch das Gefühl zum Ausdruck, in der Kindheit nicht genug Liebe und Wärme von den Eltern erhalten zu haben. In erster Linie aber sehe ich die Ursache für den Wunsch nach erotischer Sinnlichkeit in einer sexuellen Abhängigkeit, die sich bei den meisten Männern durch ihren Umgang mit ihrer Sexualität herausbildet. Welches Verhältnis Männer im Allgemeinen zu ihrer Sexualität haben kommt durch die Worte Swami Chidanandas zum Ausdruck:
Zum
Schluss der Betrachtung des Durstes nach Sinneslust soll über
den Durst nach Vorstellungen gesprochen werden. Der Durst nach
Vorstellungen kann viele Gesichter haben. Schauen wir uns einmal an,
wie oft uns erotische Phantasien durch den Kopf gehen. Wie
vielfältig
sind unsere erotischen Phantasien? Es fallen einem ständig neue
erotische Phantasien ein, die man gerne erleben würde. Die
erotischen Wünsche sind schier grenzenlos. Unser Denken kreist
pausenlos um alle möglichen erotischen Phantasien und hält
uns dadurch davon ab, unser Leben spirituell auszurichten. Dasselbe
gilt für all die Dinge, die wir eines Tages gerne besitzen
würden, all den Reichtum, mit dem wir uns gerne umgeben
würden.
Dabei vergessen viele Menschen, dass all dieser Reichtum nicht
wirklich glücklich macht. Ich möchte nicht ableugnen, dass
ein gewisser Reichtum, mit dem man verantwortungsvoll umgeht, den
Menschen ein gewisses Gefühl der Sicherheit verleiht. Dafür
habe ich durchaus Verständnis. Dabei setze ich allerdings
voraus, dass man verantwortungsvoll mit diesem Reichtum umgeht. Wie
schnell diese Sicherheit allerdings verfliegen kann, hat die
Finanzkrise im September/Oktober 2008 gezeigt, als die Börsenkurse
an der Wallstreet innerhalb weniger Wochen abstürzten und viele
Kapitalanleger ihr gesammtes Geld verloren. Viele Menschen aber
können nicht genug bekommen. Sie häufen immer und immer
mehr Reichtum an und sie gehen derart verschwenderisch und
verantwortungslos mit ihrem Reichtum um, dass man sich wundert, dass
sie dabei kein schlechtes Gewissen haben.
Der Durst nach Vorstellungen kommt auch in unseren negativen Emotionen zum Ausdruck. Wir alle haben in unserem Leben negative und verletzende Erfahrungen machen müssen, die unser Verhältnis und unseren Umgang mit den Mitmenschen geprägt haben. Diese Erfahrungen können so traumatisch gewesen sein, dass sich in uns Angst, Wut, Traurigkeit oder andere negative Emotionen angestaut haben, die in allen unseren Entscheidungen, die wir treffen, mit einfliessen. Diese negativen Erfahrungen können sich gegen einzelne Menschen, gegen einem bestimmten Personenkreis oder gegen alle Menschen richten. Diese traumatischen Erfahren bilden oft die Grundlage für den Hass, der sich sehr tief und sehr fest in uns festgesetzt hat. Wie oft wird man von diesem Hass dominiert und verschwendet seine Zeit damit, sich in seiner Vorstellung all das auszumalen, was man dem oder den betreffenden Menschen antun würde, um sich für das erfahrene Unrecht zu rächen. Es gibt sicherlich noch andere Formen des Durstes nach Vorstellungen, aber die angeführten Beispiele sollen erst einmal genügen. 4. Der edle achtfache Pfad Top In der dritten edlen Wahrheit sagt Buddha: „Durch das Erlöschen der Ursachen erlöscht das Leid.“ Wie aber beseitigt man die Ursachen des Leids? Dazu sagt Buddha in der vierten edlen Wahrheit: „Der edle achtfache Weg führt zur Aufhebung des Leidens.“ Dies ist eine Aussage, die auf Anhieb vielleicht nicht in ihrer Tiefe erkannt wird, denn hinter dieser Aussage verbirgt sich eine Philosophie, die alle Bereiche des menschlichen Lebens umfasst. Wie sieht dieser edle achtfache Pfad aus? Hierzu sagt Buddha: „Dies, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit, der zur Aufhebung des Leidens führenden Weg:“
Buddha:
"Was aber, ihr Mönche, ist rechte Erkenntnis? Es ist das
Erkennen des Leidens, der Leidensentstehung, der Leidenserlöschung
und des zur Leidenserlöschung führenden edlen achtfachen
Pfades."
Die rechte Erkenntnis ist mit den vier edlen Wahrheiten identisch. Die vier edlen Wahrheiten beinhalten das Erkennen des Leidens, der Leidensentstehung, der Leidens(v)erlöschung und des zur Leidenserlöschung führenden edlen achtfachen Pfades. Nun sollen die übrigen sieben Glieder des edlen achtfachen Pfades einmal genauer betrachtet werden: rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Tat, rechter Lebenserwerb, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit und rechte Sammlung. 4.2 Rechte Gesinnung Top Buddha: "Was aber, ihr Mönche, ist rechte Gesinnung? Es ist eine Gesinnung frei von Sinnenlust, Haß, Grausamkeit." Die rechte Gesinnung beschreibt einen Zustand, der dem Leben eines Selbstverwirklichten entspricht. Er ist frei von Sinnenlust, Haß und Grausamkeit. Diesen Zustand erreicht man normalerweise nach einem längeren spirituellen Leben. Im Laufe der spirituellen Entwicklung nimmt zunächst die Sinneslust, später nehmen aber auch Wut, Trauer, Hass und psychosomatische Erkrankungen immer weiter ab. Zunächst klingt allmählich die sexuelle Begierde ab und verschwindet am Ende ganz. Dies empfindet man, wenn man zuvor sehr von ihr bedrängt wurde, als eine große Erleichterung. Nun verändert sich der Fokus des Lebens. Die Gedanken kreisen nicht mehr um alle möglichen erotischen Fantasien, sondern können sich anderen Dingen zuwenden. Das Auflösen der negativen Emotionen (Wut, Trauer, Hass, Angst, usw.), geschieht am Ende des spirituellen Weges. Diese Emotionen konzentrieren sich gewissermaßen im Nabelzentrum. Das Nabelzentrum wird im japanischen Zen als Hara und im chinesischen Qi Gong als Dan Tien (Tan Tien) bezeichnet. Sie werden als Hauptenergiezentrum betrachtet. Im Nabelzentrum drücken sich unsere Emotionen aus. Hass, Wut Trauer und Angst machen sich besonders im Nabelzentrum bemerkbar. Erschrecken wir uns, dann zucken wir zusammen, legen die Hände schützend auf den Bauch und bekommen Magenschmerzen. Wird die Angst chronisch, dann stellen sich permanente Magenschmerzen ein. Der Bauch ist das Zentrum der Kraft, das Zentrum unserer Energie. Ist er gesund, dann verspürt man einen sehr angenehmen und intensiven Energiestrom aus dem Nabelzentrum. Doch außerhalb des asiatischen Raums wird kaum eine andere Körperregion so lieblos betrachtet wie das Nabelzentrum. Wenn man einen spirituellen Weg beschreitet, dann sollte man sich darüber im Klaren sein, dass dies ein Weg ist, der das ganze zukünftige Leben bestimmt. Man sollte erkennen, dass man in der Regel viele Jahre bzw. Jahrzehnte ein Leben geführt hat, welches gegen die Naturgesetze verstößt, auch wenn einem dies nicht bewusst war. War das Leben z.B. Jahrzehnte lang auf die Sexualität fixiert, dann kann man die sexuelle Abhängigkeit nicht von heute auf morgen verändern. Meist braucht man viele Jahre, um sich von dieser Abhängigkeit zu lösen. Hat jemand nicht die Geduld und Ausdauer, diese Veränderungen abzuwarten, dann wird er irgendwann resigniert seinen spirituellen Weg beenden. Ebenso ist es mit einem ungesunden Essverhalten. Hat man viele Jahre lang seinen Kummer in sich hineingestopft, dann ist es ein langer und schwerer Weg, dieses Essverhalten zu verändern. Dieses gilt eigentlich für alle Abhängigkeiten. So besteht die Abhängigkeit von harten Drogen im Durchschnitt 15 Jahre, bis der Drogenabhängige, wenn er sich nicht zuvor gestorben ist, die Kraft gefunden hat, sich von seiner Drogensucht zu befreien. Und allzuoft wird die Drogensucht nur durch eine Ersatzdroge, wie Methadon, durch die Alkohol- oder Tablettensucht ersetzt. 4.3 Rechte Rede Top Buddha: "Was aber, ihr Mönche, ist rechte Rede? Vermeidung von Lüge, Hinterbringung, roher Rede und törichtem Plappern." Die rechte Rede zu beherrschen, ist eine Kunst für sich. Die rechte Rede beginnt im Grunde genommen bereits mit dem rechten Zuhören. Sehr vielen Menschen fällt es schwer, anderen zuzuhören. Es ruft bei ihnen sehr oft Emotionen hervor, die sie nicht kontrollieren können und deshalb reagieren sie oft sehr emotinal auf das Gesagte. Um sich diesen ungeliebten Emotionen zu entziehen, verfallen einige in einen unentwegten Redefluss. Mir ist dies in letzter Zeit besonders oft aufgefallen, wenn ich mich mit Menschen über kontroverse Themen unterhielt. Mir ist aufgefallen, dass offensichtlich viele Menschen dazu neigen, in einen permanenten Redeschwall zu verfallen, um den anderen daran zu hindern, etwas zu sagen, was sie verletzen könnte, obwohl es überhaupt nicht die Absicht des Gegenüber ist. So hält man den anderen davon ab, Dinge zu sagen, die einem nicht behagen. Dies ist eine Form des Selbstschutzes, die allerdings nicht von großem Mut gekennzeichnet ist. Viele Menschen verschließen sich auch sehr schnell, wenn sie merken, dass Dinge angesprochen werden, die ihnen unangenehm sind. Oft stellt man sich nicht die Frage, warum dieses Unbehagen, diese Wut, überhaupt entsteht, sondern man schleudert sie in seiner Erregung einfach dem anderen entgegen. Zur rechten Rede, gehört ebenso das Bemühen, dem anderen mit Freundlichkeit und Höflichkeit zu begegnen. Zur rechten Rede gehört natürlich auch, dass man keine Unwahrheiten verbreitet und dass man nicht schlecht über Dritte redet. Zur rechten Rede gehört, dass man dem anderen zuhört, dass man ihn ausreden lässt und dass man selber freundlich und höflich bleibt, wenn man sich mit ihm unterhält. Gelingt einem dies nicht, dann sollte man sich Gedanken machen, warum einem dies schwer fällt. Rechte Rede beinhaltet auch, dass man sich nicht in obszöner oder abwertender Weise gegenüber anderen Menschen oder gegenüber dem anderen Geschlecht äußert. 4.4 Rechte Tat Top Buddha: "Was aber, ihr Mönche, ist rechte Tat? Vermeidung von Töten lebender Wesen, Stehlen und Ehebrechen." Unter der rechten Tat versteht Buddha das Vermeiden des Tötens, des Stehlens und das Vermeiden des Ehebruchs. Die rechte Tat spricht zwar von der Vermeidung des Tötens, aber im Grunde genommen sollte nicht nur das Töten vermieden werden, sondern jegliches Verletzen anderer Personen. Diese Tugend hat im Jainismus einen besonders hohen Stellenwert. Die Gewaltlosigkeit gilt als oberstes Prinzip im Jainismus. Die Jains befolgen dieses Gebot konsequent. Manche tragen sogar einen Mundschutz, um die kleinsten Lebewesen (Fliegen, Mücken, etc.) nicht zufällig zu töten (einzuatmen). Andere fegen die Strasse sauber, bevor sie darüber laufen. Sie essen weder Kartoffeln, Zwiebeln, Erdnüsse oder Knoblauch, aus Angst, dass sie die daran haftenden Lebewesen töten könnten. Aus dem gleichen Grund filtern sie ihr Trinkwasser. Da die Jains alles Leben achten, sind sie Vegetarier und einige auch Veganer. Lebensmittel wie Milch, Butter, Käse und Honig, sind nicht erlaubt, da sie Tieren schaden. Im Janismus ist es den Anhängern auch verboten Alkohol zu trinken und zu rauchen. Auch bei der Kleidung müssen sich Jains einschränken und auf Leder, Seide oder Pelze verzichten. Kurzum, alle Dinge des täglichen Lebens, bei denen Tiere zu Schaden kommen können, sind im Jainismus nicht erlaubt. Diese strikte Lebensweise hat auch Auswirkungen auf die Berufswahl der Jains. Da Berufe, in denen Mensch oder Tier getötet werden können für einen Jain Tabu sind, arbeiten sie meist im Dienstleistungssektor, in der Verwaltung, im EDV-Bereich oder in kaufmännischen Berufen. Ackerbau ist den Jains verboten, weil sie beim Aufreißen der Erde Insekten und Würmer töten könnten. Deswegen wurden sie Handelsleute und dadurch oft sehr reich. Viele Jains gehen nach Anbruch der Dunkelheit nicht mehr ins Freie, weil sie unbeabsichtigt auf ein Insekt treten könnten. Ganz strenge Jain filtern sogar ihr Trinkwasser, um Kleinstlebewesen nicht zu verschlucken. Bei all diesen Bemühungen um das Leben scheint es daher nicht erstaunlich, wenn es in Delhi ein Vogelkrankenhaus gibt, welches von Jains ins Leben gerufen wurde. Im Jainismus wird auch das Brahmacharya praktiziert, welches allerdings von den Laien und Mönchen unterschiedlich praktiziert wird (siehe: Lit.001) Obwohl der Buddhismus das Töten lebender Wesen als eine Sünde betrachtet, betrachtet Buddha den Fleischgenuss nicht unter allen Umständen als eine unmoralische Handlung. Mit dieser Entscheidung dürften manche Vegetarier oder Veganer so ihre Probleme haben. (Veganer lehnen den Konsum tierischer Produkte generell ab. Sie konsumieren daher neben dem Fleisch auch keine Eier, keine Milch, keinen Käse, keinen Honig, keine Gelantine oder andere tierische Produkte, wie etwa Leder, Seide und Pelze.) Im Buddhismus ist der Fleischgenuss aus drei Gründen verboten und zwar dann, wenn man 1. gesehen hat, dass ein Tier für einen persönlich getötet wurde, wenn man 2. davon gehört hat oder wenn man 3. vermutet, dass das Tier für einen persönlich getötet wurde. Sollte man also gesehen haben, gehört haben oder vermuten, dass das Tier für einen persönlich getötet wurde, das Fleisch aber trotzdem essen, so würde man damit das Töten des Tieres tolerieren und den Tiermörder in seinem Handeln bestätigen. Dass Buddha selber auch bisweilen Fleisch gegessen hat, geht eindeutig aus einigen Stellen des Palikanons, der Sammlung, in der die Dialoge und Lehrreden Buddhas aufgezeichnet sind, hervor. Im Korb der Ordensregeln, die Buddha für die Mönche zusammenstellte, wird berichtet, daß Buddha den Vorschlag Devadattas, den Mönchen den Fleischgenuß zu verbieten, scharf zurückwies. Er verbot den Mönchen allerdings den Fleichgenuß von zehn Fleischarten und zwar des Fleisches von Menschen, Elefanten, Pferden, Hunden, Leoparden, Löwen, Tigern, Hyänen, Bären und Schlangen. Allen buddhistischen Novizen und Mönchen ist es übrigens nach den Sittenregeln untersagt, nach 12 Uhr mittags noch etwas zu essen. Ich finde, im Punkt des Tötens der Tiere war Buddha nicht besonders konsequent. Entweder betrachtet man das Töten der Tiere generell als verwerflich oder man akzeptiert es. Mir scheint, in diesem Punkt war das Christentum konsequenter, denn die ersten Christen waren offensichtlich Vegetarier. So wird von den apocryphen Schriften gesagt, die apocryphen Schriften sind die Texte, die keine Aufnahme in die Bibel fanden, dass Jesus und seine Jünger Vegetarier waren. So berichtet der Religionswissenschaftler Carl Anders Skriver in seinem Buch „Die Lebensweise Jesus und der ersten Christen“, dass Petrus, einer der bekanntesten Jünger Jesus in den „Clemetinischen Homilien (Predigten)“ um 220 nach Christus erklärte, dass er sich nur von Brot und Oliven ernähre, dem er gelegentlich Gemüse hinzufüge. Ähnliches wird von den Jüngern Matthäus und Matthias berichtet. Der Kirchenvater Clemens von Alexandrien schreibt im 3. Jahrhundert über Matthäus, dass dieser, ebenso wie der Jünger Matthias, der nach dem Tod von Judas in den Kreis der zwölf Jünger hinein gewählt wurde, "von Pflanzenspeisen lebte und kein Fleisch berührte". Der Religionswissenschaftler Skriver ergänzt, dass nach dem Zeugnis der Schriftsteller des 2. Jahrhunderts auch die Apostel Andreas, Philippus und Thomas sowie die Evangelisten Markus und Lukas Vegetarier waren. Das Vermeiden des Diebstahl versteht sich eigentlich von selbst. Jeder, der einmal bestohlen wurde, auch wenn es nur eine Kleinigkeit war, weiß wie verletzend so etwas sein kann. Und trotzdem haben wohl die meisten bereits einen Diebstahl begangen. Meistens geschah es in der Kindheit und Jugend. Wird man erwachsen, dann lässt man meist davon ab. Begeht jemand im Erwachsenenalter immer noch Diebstähle, ich meine jetzt nicht aus einer Not heraus, dann sollte das zu denken geben. Das Vermeiden des Ehebruchs ist ein hohes ethisches Ziel. Viele Menschen haben schon erlebt, wie verletzend es sein kann, wenn man von seinem/seiner Freund/in oder von seinem/seiner Ehepartner/in betrogen wird. Schon manche Ehe ist am Ehebruch gescheitert. Die Sexualität übt einen starken Reiz auf uns aus und lässt alle möglichen erotischen Fantasien aufsteigen. Mir scheint, Männer unterliegen diesen Versuchungen leichter als Frauen. Aus diesem Wunsch heraus hat sich einerseits die Prostitution und andererseits die Pornografie entwickelt, die sich überwiegend an die Männer richtet. Welche Blüten die Prostitution mittlerweile trägt, kann man daran erkennen, dass Zwangsprostitution, drogenbedingte Prostitution, Menschenhandel und Kinderprostitution fast zum Alltag in unserer Gesellschaft geworden sind. Auch die Pornographie geht dank der neuen Medien goldenen Zeiten entgegen. Daran in etwa kann man erkennen, welchen Stellenwert die Sexualität in unserer Gesellschaft einnimmt. Im Koran heißt es in Sure 24, Vers 2, dass die Ehebrecherin und der Ehebrecher mit je 100 Peitschenhieben bestraft werden müssen. In einigen islamischen Staaten, in denen die Scharia, das islamische Rechtswesen angewandt wird, drohen Ehebrechern teilweise drakonische Strafen (z.B. im Sudan, in Jemen und in Mauretanien). Danach wird bei Ehebruch, egal ob bei Mann oder Frau, die Todesstrafe durch Steinigung vollstreckt. 4.5 Rechter Lebenserwerb Top Buddha: "Was aber, ihr Mönche, ist rechter Lebenserwerb? Daß da der edle Jünger einen verkehrten Lebenserwerb vermeidend sich auf eine rechte Weise seinen Lebensunterhalt verdient." Auf den rechten Lebenserwerb legte Buddha großen Wert. Es geht dabei um die Art und Weise, wie man seinen Lebensunterhalt verdient. Unter dem rechten Lebenserwerb versteht man, einen Beruf auszuüben, der mit den ethischen Vorstellungen eines spirituellen Menschen vereinbar ist. Ein spiritueller Mensch sollte nach Buddhas Vorstellungen, keinen Beruf ausüben, bei dem einem anderen Lebewesen Leid zugefügt wird oder bei dem es womöglich sogar getötet wird. In der Anguttara Nikaya 5,177 beschreibt Buddha fünf verwerfliche Berufe: “Fünf Arten des Handels, ihr Mönche, sollte der Laienjünger nicht ausüben. Welche fünf?
2. den Handel mit Lebewesen 3. den Handel mit Fleisch 4. den Handel mit Rauschmitteln 5. den Handel mit Giften „Diese
fünf Arten des Handels, ihr Mönche, sollte der Jünger
nicht ausüben” Der Handel mit Fleisch schließt auch die
Tierzucht, das Schlachten und den Verkauf der Tiere mit ein. Zu den
Rauschmitteln zählt neben den Drogen auch der Alkohol. Buddha
hielt den Beruf des Schlachters, Jägers, Vogelfängers,
Fallenstellers, Fischers, Soldaten, Henkers, Kerkermeisters,
Waffenhändlers, des Drogen- und Tierhändlers mit der
rechten Lebensführung für unvereinbar. Jemand, der dem
Achtfachen Pfad folgt, kann also nicht im militärischen Bereich,
auf einem Schlachthof, im Spirituosengeschäft, in einer Fabrik,
in der Pflanzenschutzmittel, Insektizide, Rodentizide (Rattengifte)
oder Kampfstoffe hergestellt werden, in einem Industriebetrieb, der
den Umweltschutz vernachlässigt, wodurch wildlebende Pflanzen
und Tiere vernichtet werden, in einem Spielsalon oder in einem
Bordell arbeiten. Das Jagen und Fischen ist ebenfalls verboten. Kurz
gesagt, ein Buddhist, der den rechten Lebenserwerb praktiziert,
sollte keine Arbeit verrichten, die anderen Lebewesen oder der Umwelt
schadet.
Der Lebenserwerb findet im Rahmen der Gesellschaft statt. Sie schafft die Normen unter der dieser Lebenserwerb stattfindet. Darum ist es wichtig, sich einerseits die Arbeitsverhältnisse und andererseits die Verteilung des erwirtschafteten Gewinns etwas näher zu betrachten. Es geht vor allen Dingen darum, eine gerechte Bezahlung zu finden, die allen ein zufriedenstellendes Leben ermöglicht. Was dabei unbedingt vermieden werden sollte, ist die Anhäufung von Kapital in den Händen einiger weniger. Überschüsse die erwirtschaftetet werden, sollten der Allgemeinheit für soziale Zwecke zur Verfügung gestellt werden oder für schlechtere Zeiten beiseite gelegt werden. 4.6 Rechte Anstrengung Top Buddha: "Was aber. ihr Mönche, ist rechte Anstrengung? Da erweckt der Mönch in sich den Willen, unaufgestiegene üble, unheilsame Dinge nicht aufsteigen zu lassen, aufgestiegene üble, unheilsame Dinge zu überwinden, unaufgestiegene heilsame Dinge zu erwecken, aufgestiegene heilsame Dinge festzuhalten und nicht schwinden zu lassen, sondern zum Wachsen und Gedeihen und zur vollen Entfaltung zu bringen. Und er müht sich ab, bietet alle Willenskraft auf, treibt seinen Geist an und kämpft." Buddha unterscheidet also zwischen vier Anstrengungen:
Was
hat man unter der Anstrengung zur Vermeidung unheilvoller Dinge zu
verstehen? Richtet sich unsere Aufmerksamkeit auf Dinge, die wir
Begehren, so sollen wir keine Anstrengung unternehmen, diesem
Begehren nachzugehen. Dies kann man am Beispiel des erotischen
Begehrens sehr deutlich machen. Die Erotik ist eine Kraft, die uns
immer wieder in ihren Bann zieht und Begehren in uns weckt. Dieses
Begehren führt dazu, dass wir uns permanent mit erotischen
Phantasien beschäftigen. Unsere ganze Konzentration richtet sich
darauf, diese Wünsche in der Realität ausleben zu
können.
Dabei sind unsere Wünsche so zahlreich, dass sie fast unser
ganzes Denken in Anspruch nehmen, ohne daß wir dabei die
negativen Folgen unseres Handelns bedenken. Wir werden regelrecht
süchtig nach erotischen Abenteuern. Buddha empfiehlt uns, solche
Gedanken zu vermeiden, sie gar nicht erst in uns aufsteigen zu
lassen. Sobald sich also ein erotischer Wunsch in uns meldet, sollte
man ihn einfach ignorieren und nicht weiter verfolgen. Er wird also
im Keim erstickt. Dadurch nimmt man ihm die Kraft, zur Lawine
anzuwachsen, die unser ganzes Sein beherrscht.
Diese Vermeidungsstrategie empfiehlt Buddha aber nicht nur für das erotische Begehren, sondern für das Anhaften an jeder Form sinnlichen Begehrens. Dazu gehört das Anhaften an die Musik, an optische Eindrücke, an Düfte, an das Essen, an Körperempfindungen und an Geistesobjekte, die uns Genuss verschaffen und unseren Kummer zeitweilig vertreiben. Was versteht man unter der Anstrengung zur Überwindung unheilvoller Gedanken? Hat man es nicht geschafft, die Gedanken bereits im Keime zu ersticken, dann steigen sie uns auf und ergreifen von uns Besitz. Diese Gedanken können so massiv sein, dass sie uns vollkommen in Besitz nehmen. Dann schaltet oft die Vernunft ab und wir sind Opfer unserer Gier, unseres Hasses und unserer Verblendung, unserer Unwissenheit. Nun bedarf es einiger Kraft diese unheilvollen Gedanken wieder abzuschütteln. Buddha empfiehlt hierzu fünf verschiedene Methoden, um sich dieser unheilvollen Gedanken wieder zu entledigen:
Mit
diesen Methoden kann man sich nicht nur von den immer wiederkehrenden
sinnlichen Gier sondern sich auch von seiner Wut und seinem Hass
befreien, falls sie in uns aufsteigen und von uns Besitz genommen
haben.
Als Drittes gibt Buddha uns den Tip, heilsame Gedanken zu erwecken. Wie aber können wir heilsame Gedanken in uns aufsteigen lassen? Buddha gibt uns den Tip, die Aufmerksamkeit auf den friedlichen Zustand, der von Gier, Hass und Wahn befreiten Gedanken, zu richten. Haben wir eine gewisse Übung darin, unheilsame Gedanken zu vermeiden und zu überwinden, dann werden wir immer weniger von ihnen bedrängt, weil das Bewusstsein erkannt hat, dass diese Gedanken kaum noch eine Chanche haben, sich durchzusetzen. Allmählich kehrt in unseren Innern eine gewisse Ruhe ein. Wir werden nicht mehr so stark von sinnlicher Gier, von Zorn und Hass regiert. Darum ist es sinnvoll, seine Gedanken auf den Zustand der vollkommenen inneren Ruhe zu richten, in der man alle unheilvollen Gedanken überwunden hat. Mit der entsprechenden Achtsamkeit und Willenskraft erwecke man heilsame Gedanken, indem man sich den Zustand des inneren Friedens und des inneren Gleichmuts vergegenwärtigt. Als letztes gibt Buddha uns den Tip, Anstrengungen zu unternehmen, die in uns aufgestiegenen heilsamen Gedanken zu erhalten. Wie festigt man die aufgestiegenen heilsamen Gedanken, damit sie nicht sofort wieder verschwinden, sondern sich voll entfalten können? Buddha geht da recht konsequent vor. Er rät in der Anguttara Nikaya 6,29 (Lit.011) zur Überwindung der Sinneslust, sich den weiblichen (männlichen) Körper als Skelett, als einen von Würmern zerfressenen Leib oder als eine blau verfärbte und mit Eiter bedeckte aufgedunsene Leiche vorzustellen. Manch einem mögen solche Vorstellungen vielleicht hilfreich sein, sich von seiner sinnlichen Gier zu befreien. Ob man sich aber für diese drastische Methode entscheiden will, mag jeder selbst entscheiden. Für andere ist es vielleicht sinnvoller, sich einfach nur vorzustellen, wie es sein mag, wenn man nicht mehr von sinnlicher Gier bedrängt wird. Vielen wird es allerdings schwer fallen, sich dieses vorzustellen, da sie diesbezüglich über keinerlei Erfahrungen verfügen. Was hier am Beispiel der sinnlichen Gier dargelegt wurde, gilt im übertragenen Sinne ebenfalls für den Zorn und die Wut. Vielleicht sollte man sich einfach immer wieder daran erinnern, wie angenehm und unbeschwert das Leben wäre, gäbe es keinerlei Zorn und Wut mehr in unserem Leben. 4.7 Rechte Achtsamkeit Top Buddha: Was aber, ihr Mönche, ist rechte Achtsamkeit? Da verweilt der Mönch in Betrachtung des Körperlichen, der Gefühle, des Bewußtseins, der Geistobjekte, eifrig, klarbewußt, achtsam, weltliche Begierde und Kummer verwerfend. Die rechte Achtsamkeit ist ein sehr umfassendes Konzept Buddhas. Es umfasst den Körper mitsamt der Gefühle und Gedanken, wobei alle körperlichen, emotionalen und mentalen Vorgänge sehr sorgfältig beobachtet werden. Es beginnt mit der Bewusstwerdung der Körperhaltungen und Positionen beim Gehen, Sitzen, Stehen und Liegen, beim Sprechen, Schweigen, Essen, Trinken, Kauen und Schmecken, selbst beim Gang auf die Toilette. Ferner beinhaltet es die bewusste Ein- und Ausatmung bei der Meditation, sowie alle emotionalen Empfindungen und alle Gedanken, die uns durch den Kopf gehen. Alle Handlungen, Emotionen und Gedanken sollen aufmerksam beobachtet und bewusst gemacht werden, um sie besser kontrollieren zu können. Es geht um das Bewusstwerden des ständigen Flusses der Gefühle, Gedanken und Handlungen. Die Aufmerksamkeit, die Buddha dem Körper, den Gefühlen und den Gedanken widmet, dient der Läuterung des Wesens, der Unterdrückung weltlicher Begierden, der Überwindung von Sorge, Kummer und Leid, dem Verschwinden von Schmerz und Traurigkeit und der Verwirklichung des Nirvana, der Erleuchtung, der immerwährenden Seligkeit.Der Achtsamkeit soll natürlich auch bei der Meditation die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Buddha empfiehlt den Mönchen, sich zur Meditation in einen Wald, an den Fuß eines Baumes oder in eine leere Hütte zu begeben, sich mit gekreuzten Beinen (Lotussitz oder andere Meditationshaltung (Lit.002) und aufgerichtetem Körper hinzusetzen und die Achtsamkeit ganz auf die Atmung zu richten. Dabei soll der Mönch achtsam ein- und ausatmen. Atmet er langsam und tief ein und aus, so sollte er dies ebenso aufmerksam beobachten, als wenn er schnell und weniger tief ein und ausatmet. Dabei sollte er sich bemühen, besänftigend auf die Atmung einzuwirken. Die achtsame Betrachtung über Ein- und Ausatmung ist eine der wichtigsten Übungen zur Erreichung der 4 Vertiefungen. Die vier Vertiefungen entsprechen vier unterschiedlichen Meditationszuständen, die sich in der Stärke ihrer jeweiligen Konzentration, d.h. in ihrer Tiefe, unterscheiden, wobei der vierte Zustand dem Samathi (der Erleuchtung) entspricht. Die vier Vertiefungen werden im letzten Punkt des achtfachen Pfades, der rechten Sammlung, näher erläutert. Noch ein paar Worte zur Meditation. Buddha empfiehlt eine sitzende Meditationshaltung, bevorzugt wird im Allgemeinen der Lotussitz (Padmasana). Aber vielen Menschen fällt der Lotussitz schwer, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder weil ihnen der Lotussitz zu anstrengend oder zu unbequem ist. Ich las sogar einmal, dass ein Student, der unbedingt den Lotussitz praktizieren wollte, sich dabei einen Unterschenkel brach. Wer also Probleme mit dem Lotussitz hat, sollte lieber eine weniger anstrengende Sitzhaltung bei der Meditation einnehmen. Dies könnte z.B. der halbe Lotussitz (Arda Padmasana), der Schneidersitz (Sukhasana) oder der Stuhlsitz sein. Beim Stuhlsitz (Droschkenkutschersitz) sitz man aufrecht auf einem Hocker oder einem Stuhl und legt die Unterarme auf die Oberschenkel. Ein Meditationskissen kann die Meditation in sitzender Haltung auf dem Fußboden erleichtern. Da ich selber zuerst das Autogene Training lernte, bevor ich die Meditation kennenlernte, war ich es gewohnt, im Liegen zu meditieren. Deshalb meditiere ich am liebsten im Liegen. Ich selber kann es allen sehr empfehlen. Ich halte das Autogene Training und die Meditation übrigens für zwei gute, sinnvolle und gleichwertige Entspannungsmethoden. Buddha legt großen Wert darauf, dass man alle Handlungen mit klarem Bewusstsein ausführt, dass man das Kommen und Gehen, das Hinblicken und Wegblicken, das Beugen und Strecken der Glieder, das Anziehen und Ausziehen, das Essen und Trinken, das Kauen und Schmecken, das Stehen und Gehen, das Liegen und Sitzen, das Sprechen und Schweigen mit klarem Bewusstsein ausübt. Bei allem, was der Mensch tut, soll er sich des Zweckes, der Eignung, der Pflicht und der Wahrheit, seines Handelns bewusst sein. In der Majjhima Nikaya (M 119) sagt Buddha: „Hat man nun, ihr Jünger, diese Achtsamkeit auf den Körper geübt, entfaltet, erweckt, befolgt, sie zur Vollendung gebracht, dann hat man einen zehnfachen Segen zu erwarten.“ Hierzu zählt, dass man die Lustlosigkeit, die Trauer und die Angst überwindet und nicht mehr von ihnen überwältigt wird. Man erträgt Kälte und Hitze, Hunger und Durst, Wind und Wetter, Mücken, Wespen und plagende Kriechtiere, boshafte, böswillige Redeweisen und körperliche Schmerzen. Man gewinnt die vier Vertiefungen (Meditationsebenen), die das Herz erquicken und das Leben in Seligkeit überströmen lassen, in ihrer ganzen Fülle und Weite. Der Weise kann auf vielfältige Weise seine Macht entfalten. Er besitzt solch eine Ausstrahlung, Kraft und Intelligenz, dass es ihm leicht fällt, sie zum Nutzen aller Menschen einzusetzen. Außerdem gewinnt er durch die Versiegung der sinnlichen Triebe bereits zu Lebzeiten Weisheit und ein von Gier befreites goldenes Gemüt. Interessant ist auch was Buddha zu den Geistesobjekten, zu den fünf Hemmungen, sagt: „Da verweilt der Mönch in der Betrachtung der als Geistobjekte geltenden fünf Hemmungen (Sinneslust, Hass, Gewohnheiten, Unruhe, Zweifel). Er weiß, wenn Sinnengier in ihm ist: "In mir ist Sinnengier". Er weiß, wenn keine Sinnengier in ihm ist: "In mir ist keine Sinnengier". Er weiß, wie die noch nicht aufgestiegene Sinnengier zum Entstehen kommt, wie die aufgestiegene Sinnengier überwunden wird und wie die überwundene Sinnengier künftig nicht mehr aufsteigt. Er weiß, wenn Übelwollen in ihm ist..., wenn Starrheit und Mattheit in ihm ist..., wenn Aufgeregtheit und Gewissensunruhe in ihm ist.... Er weiß, wenn Zweifelsucht in ihm ist: "In mir ist Zweifelsucht", er weiß, wenn keine Zweifelsucht in ihm ist: "In mir ist keine Zweifelsucht". Er weiß, wie die noch nicht aufgestiegene Zweifelsucht zum Entstehen kommt, wie die aufgestiegene Zweifelsucht überwunden wird und wie die überwundene Zweifelsucht künftig nicht mehr aufsteigt.“ (Samy. Nikaya 47,5 – Lit.003) 4.8 Rechte Sammlung Top Buddha: "Was aber, ihr Mönche, ist rechte Sammlung? Da tritt der Mönch, den Wunschobjekten entrückt, losgelöst von den unheilsamen Dingen, in die erste Vertiefung ein, in die zweite Vertiefung, die dritte Vertiefung, die vierte Vertiefung." Mit der rechten Sammlung ist das rechte Vertiefen (das rechte Versenken) in die Meditation gemeint. Die rechte Sammlung bezeichnet die Fertigkeit den unruhigen und abschweifenden Geist zu kontrollieren. Häufig wird dies als Einpünktigkeit oder als höchste Konzentration bezeichnet. Sie ist ein zentraler Teil der buddhistischen Spiritualität. Um zur rechten Sammlung zu kommen, haben die buddhistischen Schulen viele Meditationstechniken entwickelt. Es geht im wesentlichen um eine Konzentrationsmethode, die Einfluss auf die Atmung und das Gehirn nimmt, wodurch einerseits der Geist von Gedanken befreit wird und zur Ruhe kommt und andererseits Einfluss auf die Physiologie genommen wird. Buddha sagt in der Majjhima Nikaya 44: „Was aber ist rechte Sammlung? Das Gerichtetsein des Geistes auf ein einzelnes Objekt (wörtlich: Einspitzigkeit des Geistes), das ist rechte Sammlung.“ 4.8.1 Die erste Vertiefung Top Buddha nennt die rechte Sammlung (Meditation) auch rechte Vertiefung. Hierbei unterscheidet er vier Stufen der Vertiefung, die jeweils einer intensiveren Konzentration entsprechen. Sie zeichnen sich aber auch durch das zeitweilige Schwinden der fünf Sinne und der fünf Hemmungen aus (Sinneslust, Hass, Gewohnheiten (geistige Trägheit), Unruhe, Zweifel), die bereits bei der rechten Achtsamkeit angesprochen wurden. In der Majjhima Nikaya 43 sagt Buddha über die erste Vertiefung: Da, o Bruder, gewinnt der Mönch, den sinnlichen Dingen entrückt, frei von unheilsamen Geisteszuständen, die mit "Gedankenfassung" und "Diskursivem Denken" verbundene, in der Abgeschiedenheit geborene, von "Verzückung" und "Glücksgefühl" erfüllte erste Vertiefung. |